Ilse

„Mit 38 Jahren wurde ich zum zweiten Mal Witwe, ich würde also sagen, ich habe in meinem bisherigen Leben einige schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb habe ich jetzt keine Zeit für negative Gedanken – ich möchte neugierig und aktiv bleiben und nach Inspirationen suchen. Ich will immerhin 100 Jahre alt werden“.

Ilse wohnt in einem betreuten Seniorenwohnheim, bleibt aber normalerweise nicht gern zum Mittagessen dort. Sie hat zu viel zu erleben. Sie ist spontan und liebt es, Zeit in einer Umgebung zu verbringen, in der die Menschen voneinander lernen und sich inspirieren lassen können. Sie findet, dass das Restaurant im Park das perfekte „Wohnzimmer“ für Bergedorf ist und hat auch einen Vorschlag für den Kaffeeklatsch – ihren köstlichen veganen Kuchen.

Beim Fotografieren erwähnte Ilse, dass sie früher immer Model werden wollte. Wenn man sich ihr Porträt so anschaut, könnte man sagen, dass es dafür noch nicht zu spät ist.

Jenna

„Langsam zeichnet sich ein Trend bei meinen Freunden und Bekannten ab. Früher oder später kommen die meisten von ihnen nach Bergedorf zurück, entweder aus der ganzen Welt oder aus der Hamburger Innenstadt. Unsere Stadt hat das Beste aus beiden Welten – wir sind Teil einer großen Stadt, leben aber mit einer dorfähnlichen Mentalität, in der die Menschen sich tatsächlich umeinander kümmern. Das ist der Hauptgrund, warum ich nie weg wollte.“

Jennas Familienunternehmen sorgt dafür, dass die Lieferkette von den lokalen Produzenten bis zu den Restaurants reibungslos funktioniert. Dank ihr wird das Restaurant im Park jeden Tag mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Jenna hatte nicht wirklich vor, den elterlichen Betrieb weiterzuführen, aber während des Studiums änderte sich ihre Meinung. Sie will das Unternehmen nachhaltiger gestalten und arbeitet gerade daran, den Betrieb von Papier zu befreien. „Die größte Motivation war jedoch die Verschmelzung von Arbeit und Privatleben – ich treffe hier bei der Arbeit Menschen, mit denen ich gerne Zeit verbringe. So mache ich mir auch keine Gedanken über sowas wie Work-Life-Balance.“

Ralf

Jans Vater Ralf leidet an Demenz, aber das hindert ihn nicht daran, aktiv zu sein. Gemeinsam mit seinem Nachbarn Uli arbeitet er ehrenamtlich im Restaurant im Park, um täglich die Nähe und Verbundenheit der Bergedorfer Gemeinschaft zu spüren. Er schätzt die integrative und herzliche Atmosphäre des Restaurants sehr – die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen geben seiner ehrenamtlichen Arbeit Sinn.

„Das Kochen überlasse ich aber lieber Jan und Johanna, ich bin mit dem Geschirrspülen und anderen Aufgaben zufrieden. Obwohl mich Jans Leidenschaft für das Kochen von gesundem Essen wirklich interessiert. Er hat mir gezeigt, wie ich mich durch meine Ernährung fitter fühlen kann – so bin ich heute mit einem grünen Salat zufriedener als mit dem Steak, das ich sonst so gerne gegessen habe.“

Jona

Der 8-jährige Jona ist einer der jüngsten Gäste des Restaurants im Park. Sein größtes Vergnügen ist es, mit seinem Papa auf einem Lastenfahrrad die Hügel von Bergedorf hinunterzufahren – je schneller, desto besser.

Jona isst gerne in Gesellschaft – er lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder, seinen Cousins und ihren Eltern in einem großen Haus, so finden die Abendessen immer an einen großen Esstisch statt. Wenn es um seine kulinarischen Vorlieben geht, hat Jona zwei Lieblingsessen – Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Süßkartoffelsuppe mit Paprika und Ingwer. Unsere Köche machen sich Notizen.

Chelly

Chelly hat mit ihrer Energie und ihrem Enthusiasmus Bergedorfs Gastronomieszene wirklich auf den Kopf gestellt. Sie ist die Besitzerin von Chelly’s Gusto, wo sie Event Catering anbietet und lokale Cafés mit Delikatessen versorgt. Ihre neuesten Konzepte sind ein voller Erfolg – die Breakfast und Supper Clubs bringen die Bergedorfer zusammen, um gemeinsam Chellys Kochkünste in einer familiären Atmosphäre zu genießen.  

„Ich hätte mein Gusto auch in Hamburg eröffnen können, aber mir gefällt der Bergedorfer Gemeinschaftsgeist. Bei unseren Events herrscht direkt eine Art Verbundenheit, die ich inspirierend finde. Außerdem ist es immer eine Freude, mit Jan zusammen zu arbeiten, da wir beide ein Auge fürs Detail haben und Menschen mit unserem Essen emotional berühren wollen.“

Die Gäste des Restaurants im Park können sich darauf freuen, dass Chelly als Gastköchin bei besonderen Veranstaltungen dabei sein wird.

Peter

Peter ist der wahre Inbegriff von Gemeinschaftsgeist. Wie viele andere Großeltern aus der Region macht er sich Sorgen um den Klimawandel und die Zukunft der Enkelkinder, deshalb demonstrieren sie gemeinsam für eine grünere Zukunft. Grandparents for Future wurde im Haus im Park gegründet und trifft sich seitdem alle zwei Wochen dort. Sie organisieren Diskussionsgruppen, Demonstrationen und Workshops mit dem Ziel, unseren Planeten und dessen natürlichen Ressourcen zu schützen.

Peter selbst lebt in einem Öko-Haus, das aus recycelten Materialien gebaut und mit einer autarken Energieproduktion ausgestattet ist. Er ist definitiv die Person, die man um Hilfe für einen nachhaltigen Lebensstil bitten sollte. Auch das Restaurant im Park unterstützt er dabei, Nachhaltigkeit zu leben. „Ich möchte Wege finden, das Restaurant auf eine vollständig erneuerbare Energienutzung umzustellen und Jan dabei helfen, einen kleinen Garten auf dem Dach seines Restaurants anzulegen.“

Torben

„Ich liebe es, wie unsere lokale Gastroszene zusammenhält und nicht miteinander konkurriert. Das sagt viel über den Gemeinschaftsgeist in Bergedorf aus.“

Torben steht mit seinem zwei Jahre alten Café Koffein-Schmiede für die junge Generation der Bergedorfer Gastronomen. Seine Ideen und Vorschläge, zusammen mit dem besten Kaffee der Stadt, waren eine wichtige Unterstützung bei den Vorbereitungen für das Restaurant im Park.

Der Gastronom sieht in viel Potenzial in Bergedorfs kulinarischem Angebot, was seiner Meinung nach vor allem daran liegt: „Die Menschen hier sind so verbunden und offen. Mich freut es jeden Tag aufs Neue, wie sich die kleinen Gespräche über die Ladentheke zu tiefgründigen Diskussionen entwickeln können.“